Die Sorge um Plastikmüll wächst bei Verbrauchern, Regierungen und Unternehmen gleichermaßen.


Das britische Glastonbury-Festival machte Anfang des Jahres Schlagzeilen, als die Organisatoren bekannt gaben, dass Einwegflaschen beim diesjährigen Festival verboten werden.Im Jahr 2017 wurden 1,3 Millionen Einwegbehälter verwendet.

Der Schritt folgte auf die weltweite Einführung von Verboten von Einwegkunststoffen im vergangenen Jahr. Einweg-Trinkhalme, von denen 500 Millionen täglich in den USA verwendet werden, wurden in vielen Städten und Bundesstaaten Nordamerikas verboten. Starbucks und McDonald’s haben in vereinzelten Märkten ebenfalls Beschränkungen angekündigt.

Die Europäische Union hat zudem angekündigt, dass im Jahr 2021 umfassende Verbote für Einwegkunststoffe eingeführt werden. Wattestäbchen, Einweg-Lebensmittelbehälter und Styroporbecher sollen verboten werden. Das soll die Kosten für Umweltschäden bis 2030 um 22 Milliarden Euro zu senken.

Weltweit erkennen Verbraucher das Problem von Plastikmüll: 80 % der Bürger in Ländern wie Australien, Kanada, Frankreich, China, Brasilien, Indien und Südkorea sind über die Verwendung von nicht recyclebaren Einwegprodukten besorgt.

Dennoch besteht in der Öffentlichkeit kein Konsens in Bezug auf mögliche Lösungen. Von der Regierung getriebene Investitionen zur Verbesserung des Angebots an recycelbaren Gütern wurden von nur 45 % der Befragten in einer internationalen Umfrage als effektiv angesehen. Steuern auf Unternehmen, die nicht recycelbare Güter verkaufen oder auf die Produkte selbst, finden nur 31 %, bzw. 28 % der Befragten praktikabel. In weiten Teilen Westeuropas und Nordamerikas wurden öffentliche Informationskampagnen von nur einem Fünftel der Bürger als produktiv eingestuft.

Obwohl sich viele Volkswirtschaften, die seit langem den größten Anteil an Plastikmüll produzieren, in die richtige Richtung bewegen, wird das Wachstum von aufstrebenden Märkten einen immer bevölkerungsreicheren Planeten vor weitere Herausforderungen stellen. Während es beispielsweise in Europa gelungen ist, die Produktion von Kunststoff unter Kontrolle zu halten – die Produktion stieg zwischen 2008 und 2017 von 60 auf 64,4 Millionen Tonnen -, ist die weltweite Produktion um 60 % gestiegen, von 245 auf 348 Millionen Tonnen.

Angesichts der Tatsache, dass die Bevölkerung auf der ganzen Welt die Notwendigkeit von unterschiedlichen Lösungen in ihren eigenen Ländern erkennt, ist eine Kombination aus politischen und kommerziellen Maßnahmen erforderlich, um ein Problem wirksam anzugehen, das naturgemäß Grenzen überschreitet.