Aprilscherze in der Fake News-Ära


„Eine Lüge kann um die halbe Welt reisen, bevor die Wahrheit ihre Schuhe anzieht“ Bill Murray, Ghostbusters

Jedes Jahr wird der 1. April von Medien und Unternehmen zum Anlass genommen, um mit ausgefallenen Geschichten oder Kampagnen dem Publikum einen Streich zu spielen.

Der „Spaghetti-Tree-Hoax“ von BBC, Werbung für weißes Guinness und der Google „Nose“ Service sind denkwürdige Beispiele für Aprilscherze, die die öffentliche Aufmerksamkeit erregten. Das Internet und die sozialen Medien haben den jährlichen Streichen neues Leben eingehaucht. Zahlreiche Websites stellen nun Listen der besten Streiche des Tages aus der ganzen Welt zusammen. In der Regel ist der erfolgreichste virale Inhalt realistisch genug, um plausibel zu erscheinen, und dennoch bemerkenswert genug, um Aufmerksamkeit und Klicks zu erzielen.

In jüngster Zeit ist der Aufstieg von „Fake News“-Storys, die absichtlich Desinformationen verbreiten, zu einer Herausforderung für Nachrichtenseiten und Social Media-Plattformen geworden.

Wie die folgende Infografik zeigt, wird die Verbreitung von gefälschten Nachrichten im Internet als ernstes Problem angesehen, die Frage, wie und von wem dieses gelöst werden soll, bleibt jedoch ungeklärt.

Im Vorfeld der US-Wahlen 2016 sorgten „Fake News“ für eine größere Nutzerinteraktion als die Meldungen von Mainstream-Medien. Genau wie erfolgreiche Aprilscherze, konnten Geschichten wie „Papst Franziskus schockt die Welt: Unterstützung für Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur“ die Aufmerksamkeit der Leser auf sich ziehen. Manch einer glaubt an die Echtheit der Behauptungen, in jedem Fall wecken sie die Neugier der Leser.

Während das Verdrehen von Tatsachen in Politik und Medien eine lange Geschichte hat, signalisiert der Fakt, dass 68 % der Amerikaner Soziale Medien als Nachrichtenquelle nutzen, eine Verschiebung des Verhältnisses zwischen traditionellen Informationsanbietern und der Öffentlichkeit.